Kinderportraits nehmen innerhalb der Fotografie einen besonderen Stellenwert ein. Auffälligerweise werden Kinder häufig aus der Sicht der Erwachsenenwelt aufgenommen. Dadurch verzerrt sich die Perspektive. Von oben nach unten fotografiert bekommt selbst das hübscheste Kind Eselsohren und eine große Nase. Bessere Ergebnisse erzielt man, wenn man sich auf die Augenhöhe des Kindes begibt. Wie für Erwachsenenportraits eigenen sich lichtstarke Objektive mit großen Brennweiten. Zum einen kann man unbeobachtet aufnehmen, zum zweiten fühlt sich das Kind mit dem dadurch möglichen Abstand nicht allzu bedrängt. Ein ganz wichtiger Aspekt bei Kinderaufnahmen ist, dass das Kind sich vor der Kamera wohl fühlt. Sehr schöne Fotos entstehen in unbeobachteten Momenten. Portraitiert man ein Kind unter Studiobedingungen, so hat man als Fotograf die Aufgabe das Kind "bei Stimmung" zu halten. Hat es einmall die Lust verloren, so hat man an diesem Tag schlechte Karten noch zu einer gelungenen entspannten Aufnahme zu kommen. Gott sei Dank sind die meisten Kinder "bestechlich". Der Preis für die Aufnahme der drei sich umarmenden Kinder war der gesamte Inhalt des Adventskalenders, bei dem ich ein Türchen nach dem anderen öffnete. Die Eintracht der 3 Kids auf dem Foto täuscht gewaltig, denn die 3 Rangen hatten nichts Besseres zu tun, als sich gegenseitig an den Haaren zu ziehen und zu ärgern. Eine positive Interaktion zwischen dem Fotografen und dem Model wirkt sich im ganz besonderen Maße auf das Endergebnis aus. Weder das Kind noch die Eltern sind an gestellten und aufgesetzten Fotos interessiert. Viele schöne Fotos entstehen, wenn man das Kind beschäftigt oder spielen lässt.
Fotografiert man ein Baby, so nützt es nichts seine Termine willkürlich zu bestimmen. Ein aus dem Schlaf gerissenes Baby ist ebenso schlecht gelaunt, wie ein aus dem Schlaf gerissener Erwachsener.
|
 |
|